Karriere

Auslandssemester in Shanghai – Studium, Arbeit und Kultur im Herzen Chinas

Zwischen Hightech-Campus und Millionenmetropole

Im Rahmen ihres dualen Studiums der Automatisierung und Mechatronik verbringen Jonas Nenke und Jonas Kölbel ein Auslandssemester an der renommierten Tongji-Universität in Shanghai. Dort verbinden sie anspruchsvolle Studieninhalte mit intensiven interkulturellen Erfahrungen in einem der technologisch dynamischsten Zentren der Welt. Der Aufenthalt bietet ihnen nicht nur neue fachliche Perspektiven, sondern auch die Möglichkeit zur persönlichen Weiterentwicklung über Ländergrenzen hinweg. Anschließend vertieft Jonas Nenke diese internationale Erfahrung in einem Praxissemester in China.

7 Min.

Auslandssemester in Shanghai

Jonas Nenke und Jonas Kölbel absolvieren ein duales Studium im Studiengang Automatisierung und Mechatronik an der Hochschule Zittau/Görlitz (HSZG). Derzeit befinden sie sich im 9. Semester. Wir, die Frequenz Elektro GmbH, begleiten sie als Praxispartner. Nach einer Ausbildung zum Elektroniker für Automatisierungstechnik in den ersten Studienjahren arbeitet Jonas Nenke derzeit in der SPS-Technik, während Jonas Kölbel in der Kalkulation tätig ist und perspektivisch in die Gebäudeautomations-Abteilung wechseln wird.

Im Rahmen ihres Studiums verbringen beide aktuell ein Auslandssemester an der Tongji-Universität in Shanghai, die zu den renommiertesten technischen Universitäten Chinas zählt.

In den folgenden Abschnitten berichten beide über ihre Erfahrungen, Erlebnisse und Eindrücke.

Warum ein Auslandssemester in China?

Während unseres Studiums an der HSZG wurde uns das Programm der CDHAW vorgestellt. Diese Organisation ist auf die Vermittlung von Austauschprogrammen nach China spezialisiert. Neben dem Austauschprogramm nach China wurden uns auch Programme für Indien, Mexiko und Tschechien präsentiert. Nach dieser Vorstellung dachten wir, dass es eine gute Idee wäre, unsere Komfortzone zu verlassen und ein anderes Land, eine andere Kultur sowie eine andere Universität kennenzulernen.

Wir wollten diese einmalige Chance unbedingt nutzen und entschieden uns, uns für das Programm zu bewerben. Die Gründe dafür waren schnell gefunden: die Verbesserung unserer Englischkenntnisse, der kulturelle Austausch, das Kennenlernen neuer Technologien, die Arbeit im internationalen Umfeld während des Studiums sowie die Erweiterung unserer sozialen Kompetenzen sprachen klar dafür. Im Rahmen des dualen Studiums ist für eine Bewerbung zudem die Zustimmung der Firma erforderlich, welche wir von unserem Unternehmen erfreulicherweise erhalten haben.

Leben und Eindrücke aus Shanghai
Auslandssemester in China
China Erlebnisse und Eindrücke

Studium an der Tongji Universität

Der Campus der Tongji-Universität liegt im Stadtbezirk Jiading, etwa 25 Kilometer außerhalb des Stadtzentrums von Shanghai. Im Vergleich zur HSZG ist er deutlich größer und bietet eine beeindruckende Infrastruktur: Neben mehreren Restaurants und Wohnheimen sowie einer großen Sporthalle mit Schwimmbad gibt es unter anderem eine Magnetschwebebahn-Teststrecke, eine Teststrecke für autonome Fahrzeuge und spezialisierte Labore, beispielsweise zur Erdbeben- und Windsimulation. Im Vergleich zu Deutschland spielt sich das Leben viel stärker auf dem Campus ab. Vor allem viele chinesische Studierende wohnen auch auf dem Campus.

In den Lehrveranstaltungen stehen praxisnahe Inhalte im Fokus. Während unseres Studiums in China haben wir beide an SPS-Projekten (Siemens TIA Portal) gearbeitet und gemeinsam mit anderen deutschen und chinesischen Studierenden bei der Inbetriebnahme eines KUKA-Roboters geholfen. An der Tongji-Universität ist der Einsatz von künstlicher Intelligenz, beispielsweise zur Programmierung, sehr präsent und wird aktiv von den Dozenten gefördert.

Leben auf dem Campus und in Shanghai

Studium an der Tongji Universität

Das Leben in China unterscheidet sich in vielerlei Hinsicht vom Alltag in Deutschland. Besonders auffällig sind die geringen Kosten für Essen. Auf dem Campus lassen sich warme Mahlzeiten bereits für 2 bis 3 Euro erwerben.

Bestellt, bezahlt und organisiert wird fast alles über das Smartphone, vor allem über die Apps WeChat und Alipay. Mit diesen Apps lassen sich unter anderem Fahrräder ausleihen, Bewerbungen verschicken, die Studentenkarte aufladen oder Fahrten mit der U-Bahn bezahlen. WeChat ist dabei der wichtigste Kommunikationsdienst in China und vergleichbar mit WhatsApp in Deutschland.

Auch sportlich hat der Campus viel zu bieten: Von Drachenbootfahren und Rudern über Badminton bis hin zu American Football ist alles möglich. Wir haben verschiedene Sportarten ausprobiert, darunter Rudern, American Football, Schwimmen und Badminton. Die Sportkurse eignen sich zudem hervorragend, um mit chinesischen Studierenden und anderen Austauschstudierenden in Kontakt zu kommen.

Freizeit

In der Innenstadt von Shanghai gibt es zahlreiche Bars und Clubs. Besonders beliebt waren eine mexikanische Bar, in der sich viele internationale Studenten trafen, sowie eine Rooftop-Bar, die einen Blick auf die bunt beleuchtete Skyline der Stadt bot. Da die U-Bahn bereits gegen 23 Uhr ihren Betrieb einstellt, erfolgt die Heimfahrt meist mit einem Didi, dem chinesischen Pendant zu Uber.

Essen

Das Essen in China ist insgesamt deutlich schärfer als in Deutschland. Die Küche in Shanghai ist im Vergleich zu anderen Regionen allerdings eher mild. In China werden vor allem Gerichte mit Reis und Nudeln gegessen. Die Nudeln werden dabei sehr häufig noch von Hand hergestellt. Sehr beliebt sind außerdem Spieße mit Gemüse oder Fleisch, zum Beispiel Lamm oder Schwein.

Das Essen schmeckt insgesamt sehr gut und ist zudem vergleichsweise günstig. Eine vollständige Mahlzeit bekommt man oft schon ab umgerechnet etwa 2,50 Euro. Darüber hinaus gibt es auch für uns eher befremdliche Speisen wie Frosch, Hühnerfüße oder Schweinegehirn. Besonders auf chinesischen Essensmärkten sind die vielen unterschiedlichen Gerüche sehr intensiv und können auf den ersten Blick überwältigend wirken.

Reisen durch China

Neben dem Studium nutzten wir die Zeit, um China intensiv kennenzulernen. In Shanghai standen unter anderem der Bund, der Shanghai Tower, der Yu-Yuan-Garten, der Wild Animal Park und Disneyland auf dem Programm.

Jonas Nenke berichtet: Ich reiste gemeinsam mit einem Kommilitonen nach Zhangjiajie, um die berühmten ‚Avatar-Berge‘ zu besuchen. Dieser Nationalpark ist für seine hohen, steilen Felsformationen bekannt. 

Jonas Kölbel: Ich unternahm einen Wochenendtrip in die Stadt Sanya auf der Insel Hainan, die auch als das ‚chinesische Hawaii‘ bekannt ist. Ich besuchte einen nationalen Waldpark, ging baden und erkundete eine weitere Insel mit einem traditionellen Fischerdorf. Außerdem erkundeten wir beide gemeinsam Xi'an. Dort besichtigten wir die beeindruckende Terrakotta-Armee und die historische Stadtmauer, die mit Fahrrädern befahren werden konnte.

Zum Ende des Semesters standen außerdem noch Reisen nach Peking zur Verbotenen Stadt und zur Chinesischen Mauer an. Besonders geeignet als Verkehrsmittel ist das gut ausgebaute chinesische Hochgeschwindigkeitszugnetz inklusive Nachtzüge.

Viele Chinesen, vor allem außerhalb von Shanghai, sehen Ausländer eher selten und reagieren deshalb häufig sehr aufgeschlossen. Manchmal wird man auch fotografiert oder angesprochen. Als Europäer ist man oft sehr beliebt und viele Chinesen haben großes Interesse daran, sich mit Ausländern auszutauschen und Freundschaften zu schließen.

Reisen durch China
China Waldparks und Dörfer
China Landschaften
Auslandssemester und Reisen in China
Chinesisches Hochgeschwindigkeitszugnetz
China Entdecken

Ausblick

Jonas Kölbel: Ich kehre nach dem Auslandssemester und der Prüfungsphase für mein Diplomstudium bei der Frequenz Elektro GmbH nach Deutschland zurück. Jonas Nenke wird hingegen ein weiteres Semester in China verbringen, um ein Praktikum in einem chinesischen Unternehmen zu absolvieren und somit einen deutsch-chinesischen Doppelabschluss zu erlangen. Anschließend beginnt er im Sommer mit seiner Diplomarbeit bei der Frequenz Elektro GmbH.

Resümee

Insgesamt blicken wir auf ein sehr spannendes und abwechslungsreiches Semester zurück, in dem wir viele wertvolle Erfahrungen sammeln konnten. Sowohl ein Auslandssemester in China als auch China als Reiseland können wir klar empfehlen. Wir haben China als ein Land mit vielen unterschiedlichen Facetten kennengelernt.

Einerseits das moderne China in Shanghai mit seinen Wolkenkratzern, der beeindruckenden Skyline und den zahlreichen Überwachungskameras, andererseits das traditionellere China mit seinen Tempeln und verschiedenen Altstädten. Darüber hinaus lernt man viele kulturelle Unterschiede, aber auch Gemeinsamkeiten kennen, was den Aufenthalt besonders bereichernd macht.

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